Eine Sommerrunde im Herbst 13.10.2018

Whatsapp meldet sich akustisch auf dem Smartphone. Mal wieder ein (vielleicht) lustiges Video, ein Bildwitz … oder Vennbahnracer 1.

Jep, er ist es. Er fragt nach, wie es für Samstag mit einer schönen Tour aussieht, da das Wetter an diesem Tag eher nach Sommer als nach typischen Oktoberwetter aussieht. Das hatte ich auch gelesen, auf dem Eifelbauerwetterdienst.

Die Rede ist von „Hürtgenwaldwetter“, einer sehr guten und immer aktuellen Wetterseite für die Eifel, die mit Liebe und Herzblut von Andy Holz aus Vossenack gepflegt wird.

Seit 20 Jahren besteht die Webseite schon und Andy ist in Sachen Wettervorhersage für mich eine Bank.

Er schreibt für den Samstag, den 13. Oktober 2018 mit der Überschrift „Affenhitze“ bei Facebook folgendes:

Der Samstag legt noch einen drauf, denn die Warmluftdüse wird durch die zahlreichen Tiefdruckgebiete westlich von uns noch verstärkt. Daher erleben wir schon eine sehr laue Sommernacht, wobei es teils mit 17 Grad (Tiefsttemperatur!!) in den Samstag geht. Nur in den Mulden geht es einstellig in den Tag. Dann erwartet uns viel Sonne, teils auch lockere Wolken und es bleibt trocken. Der Südwind frischt nochmal auf und bringt unglaubliche Hitze mit. Oft werden selbst im Hohen Venn und in der Rureifel 22 bis 25 Grad erreicht. Sonst sind es um die 25 bis 27 Grad, lokal sind auch 28 oder 29 Grad nicht ausgeschlossen, besonders zwischen Jülicher Börde und niederrheinische Bucht und in der Kölner Bucht.“

Zunächst dachte ich an einen verspätet eingereichten Aprilscherz im Oktober.

Aber bei den Temperaturen der vorangegangenen Woche gar nicht so abwegig.

Kurios, bei der Tour am 30. September nach Malmedy war temperaturmässig Herbst angesagt.

Wie immer bei zweifelhaften Wetter- und Temperaturvorhersagen machte ich meinen Probegang auf der Terrasse. Hatte ich die Armlinge vorsorglich eingeplant, wurde ich tatsächlich eines Besseren belehrt: Kurzes Trikot und kurze Hose. Alles andere wäre Unsinn für heute. Und Andy Holz hatte recht: Das waren Temperaturen die man normalerweise im Juli vermuten würde.

Und das gehörte ausgenutzt: Fahren wir normalerweise unsere Touren am Sonntag, sollte es dieses Wochenende der Samstag sein. Es sollte eigentlich eine ausgedehnte Tour werden, um die 150 km, aber Termine zwangen die Strecke von der Gesamtlänge her nach unten.

So nahmen die Vennbahnracer 1 – 4 die Trasse von Konzen aus unter die Laufräder, es ging bis nach Sourbrodt, dort links ab auf die Straße mit dem neuen Straßenbelag Richtung Elsenborn, Wirtzfeld und hinter Wirtzfeld wieder auf die Trasse bis nach Bütgenbach. Wir gönnten uns den Luxus, fuhren in Bütgenbach vom Vennbahnweg ab und besuchten in Bütgenbach-City eine schöne Pommesbude.

Wir folgten dem Straßenverlauf Richtung Weywertz und enterten die Vennbahntrasse an der Gabelung Richtung Bütgenbach. Von da ging es mit Rückenwind Richtung Heimat. Und der Wind blies in den Bäumen die (verwelkten) Blätter auf die Trasse aber uns konnte das in keinster Weise beeindrucken: Rückenwind vom Feinsten!

Was überhaupt nicht fein war: Wie sich manche Radfahrer auf der Vennbahntrasse benehmen. Ein Pulk unkontrolliert fahrender E-Bike-Anfänger, durchgemischt ab 50 – 70 Jahre kamen uns entgegen und nahmen die komplette Vennbahntrasse in Beschlag. Auf mein Rufen (es wurde später ein Schreien) reagierten die überhaupt nicht. Wir haben uns an denen „vorbeiarbeiten“ müssen.

Dahinter die nächste Überraschung: Ein älterer Radfahrer kam uns auf unserer Spur entgegen und machte keine Anstalten die Spur zu wechseln. Da half nur Geschrei, anders kapieren die das nicht …

Zur Krönung: Ein Ehepaar, wandernd auf der Trasse ging vor uns in Höhe Monschau-Bahnhof. Wir befanden uns ca. 10 Meter hinter ihnen als die Alte, ohne nach hinten zu sehen, die Trasse nach links überquerte …

Bei einer Geschwindigkeit von ca. 30 km wird einem auf einem Rennrad schon anders. So laut wie ich gebrüllt habe … und habe wahrscheinlich Robert Plant in seinen besten Zeiten übertroffen …

Zusammengefasst passt die Aussage von Vennbahnracer 3 am besten: „Die Vennbahntrasse ist in weiten Teilen ein rechtsfreier Raum“. Dem ist für heute nichts mehr hinzuzufügen.

Trotzdem war es eine traumhafte Sommerrunde, im Mittel waren wir um die 24 Grad unterwegs … im Oktober!

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